Sternstunden der Geschichte und die Notwendigkeit einer neuen Finanzordnung

Gefunden auf Neues Geld.net, von Wolfgang Berger, nicht datiert, jedoch neu.

Es gibt Phasen in der Geschichte, die die Historiker als Zeitenwende bezeichnen. Die Regeln, nach denen das Gemeinwesen funktioniert, ändern sich. Kein Stein bleibt auf dem anderen. Die Lebensumstände der Menschen werden umgekrempelt.  

Auslöser kann eine Erkenntnis sein, die plötzlich überall in der Luft liegt. Es kann auch eine Erfindung, Entdeckung oder ein anderes einschneidendes Ereignis sein. Irgendetwas hat die Zeitqualität verändert. Solche Zeitenwenden bieten den Menschen die Möglichkeit, den weiteren Verlauf der Geschichte so zu gestalten, wie sie es für richtig halten. Wir erleben gerade jetzt eine solche Phase und sollten die historische Chance ergreifen, die sie uns bietet … //

… KRISE ALS CHANCE – ES GIBT EINE LÖSUNG:

Sternstunden der Geschichte sind ohne Krise kaum zu haben. Seit 500 Jahren hat die Weltherrschaft einzelner europäischer Mächte immer etwa hundert Jahre gedauert: Portugal 1450 bis 1530, Spanien 1530 – 1640, Niederlande 1640 – 1720, Frankreich 1720 – 1815, Großbritannien 1815 – 1920, USA 1920 bis – das Ende naht. Schulden zementieren die Herrschaftsverhältnisse. In der Geschichte sind weit mehr Revolten durch Schulden ausgelöst worden als durch Sklaverei oder Unterdrückung. Die Sumerer hatten für Freiheit den Begriff Amargi und das bedeutete: Frei von Schulden.

Wir stehen an einem Wendepunkt in der Geschichte. Unsere Staaten haben sich verschuldet, um die Banken zu retten und sind nun handlungsunfähig. Die Finanzindustrie hat sich die Politik unterworfen. Die Regeln der Globalisierung zerstören den Mittelstand und drücken die Einkommen der Arbeitnehmer langfristig auf Weltlohniveau – heute das Niveau in China oder Indien, in einigen Jahren sicher etwas höher, aber weit unter europäischen Maßstäben. Mit grün bedrucktem Papier (der Privatwährung Dollar) kauft der Finanzsektor die Rohstoffe, Ländereien und werthaltigen Produktionsstätten der Welt auf und unterwirft die Menschen – ganz so wie Franklin D. Roosevelt und Adam Smith es vorausgesagt haben.

Kapital vermehrt sich von selbst. Weil Kapital (oder Geld) aber nicht arbeiten kann, muss diese Vermehrung von allen Nicht-Kapitalisten – Arbeitgebern und Arbeitnehmern in der Realwirtschaft – erarbeitet werden. Beide werden so zu Sklaven des Finanzsektors. Aber die Lösung ist einfach: Wir brauchen einen Systemwechsel, nach dem Geld sich nicht mehr von selbst vermehren kann und Reichtum nur noch durch Arbeit entsteht:

Die Zentralbank steuert die Geldmenge. Geschäftsbanken verwalten die Guthaben auf ihren Girokonten im Auftrag der Zentralbank. Kredite können sie nur noch vergeben, wenn sie über entsprechende Einlagen verfügen. Das für den Wirtschaftskreislauf benötigte Geld überweist die Zentralbank direkt – und zinsfrei – an den Staat (in der Eurozone an die Staaten der Eurozone).

Girokonten und Bargeld werden mit einer Gebühr belastet – einem Umlaufimpuls. Bei Bargeld geschieht dies mit einem Chip oder Barcode. Die Gebühr wird von der Zentralbank so festgelegt, dass der Zins auf dem Markt um Null pendelt. So kann sich Geld nicht mehr von selbst vermehren, wird aber von der Gebühr wieder in den Kreislauf gelockt.

So wie Blut das Leben des Körpers und Wasser das Leben in der Natur erhält weil es fließt, erweckt dieses fließende Geld die Wirtschaft zum Leben und schafft Reichtum dort, wo Werte geschaffen werden.

Bei einem Zins um Null sinken die in alle Preise hineinkalkulierten Zinsen sämtlicher Stufen der Wertschöpfungskette – heute im Durchschnitt 40 Prozent. Darüber hinaus entfallen die Zinsbelastungen öffentlicher Haushalte. Zusammen macht das die Hälfe unserer Ausgaben aus. In Preisen von heute haben wir dann die doppelte Kaufkraft.

Diese Verbesserung wird vermutlich über den Arbeitsmarkt durch die Erhöhung der Arbeitseinkommen erfolgen, weil viele Menschen mit doppelter Kaufkraft lieber halb so viel arbeiten als ihren Lebensstandard zu verdoppeln. Damit ist die Umverteilung von unten nach oben gestoppt. Die Finanzordnung wird zum Fundament einer solidarischen Gesellschaft.

Eine Vermögenssteuer schöpft einen Teil der Vermehrung großer Vermögen ab und eine Erbschaftssteuer einen Teil großer Erbschaften. Kapitalflucht ins Ausland wird strafrechtlich geahndet. Für Angehörige von Staaten, die nicht kooperieren, wird eine Visumpflicht mit hohen Hürden eingeführt. Jegliche finanziellen Verbindungen mit solchen Staaten werden ebenfalls zum Straftatbestand – mit internationalem Haftbefehl. Bereits ins Ausland geflüchteten Inländern, die sich der inländischen Gerichtsbarkeit entziehen, wird die Staatsbürgerschaft aberkannt.

Weil Reichtum nur noch durch Arbeit entsteht, öffnet sich die Schere zwischen Arm und Reich nicht noch weiter. Wir erhalten eine ausgewogene und faire Einkommensund Vermögensverteilung, die die unterschiedliche Leistungsfähigkeit der Menschen spiegelt. Das ist fair

Spekulation kann sich allenfalls als eine Schaumkrone auf den Wellen des Meeres halten – eines Meeres von real wirtschaftenden Menschen und Unternehmen, die den Wohlstand aller erhalten und vermehren. Das ist vernünftiges Haushalten – oikos nomos, was Ökonomie auf Griechisch bedeutet.

Hohe Einkommensunterschiede destabilisieren nicht länger die Nachfrage. Damit gehört das Auf und Ab von Konjunkturschwankungen der Geschichte an. Die Wirtschaft entwickelt sich stetig und gleichmäßig. Das ist nicht die Lösung aller Probleme, aber das Ende des zentralen Konstruktionsfehlers unserer Finanzordnung.

Die neue Geld- und Finanzordnung macht plötzlich langfristige Investitionen rentabel. Das hat zur Folge, dass Unternehmen für die Zerstörung der Umwelt von den Finanzmärkten nicht mehr belohnt werden (wie es jetzt noch der Fall ist). Nachhaltiges Wirtschaften wird rentabel und setzt sich deshalb durch.

Kriege zur Erhaltung des Systems sind unnötig und werden deshalb auch weitgehend verschwinden. Wir können einer anhaltenden Friedensphase entgegen sehen, in der es der Menschheit gelingen kann, den wunderschönen Planeten Erde in das zu verwandeln, als das er erschaffen worden ist: Ein Paradies für zehn Milliarden Menschen.

DAS UNDENKBARE DENKEN! … //

… (ganzer langer Text).

Links:

Professoren sprechen über das Grundeinkommen, 5.44 min, von daniel häni am 28. November 2012 hochfwelDEN: Prof. Ueli Mäder, Ordinarius für Soziologie an der Universität Basel im Gespräch mit Prof. Theo Wehner Arbeits- und Organisationspsychologe an der ETH Zürich … (ganzer Text);

Grundeinkommen – ein Kulturimpuls, 98.46 min, von daniel häni am 3. Februar 2011 hochgeladen;

Tagesseminar, Dresden, am 13. April 2013;

Offener Brief – Regionale Stammtische, fließendes Geld
: unten auf der Download-Seite;

Evergreens:

Late Stage Capitalism and the Shame Haunted Life, on Dissident Voice, by Phil Rockstroh, Jan 4, 2013;

Felix Coeln: Warum ein Bedingungsloses Grundeinkommen richtig ist, 64.42 min, von 2malschauen am 2. Mai 2012 hochgeladen;

Volker Pispers: Vermögenskrise – Schulden, Hehler und Reichtum, in den Mitternachtsspitzen vom 10.11.2012, 9.04 min, von Mac Gyver am 10. Nov. 2012 hochgeladen;

stupid … I cannot let these questions.

Comments are closed.