Wir werden schamlos irregeführt

Kundenrezensionen publiziert bei Amazon.de. zum Buch Wir werden schamlos irregeführt, vom 11. September zum Irak-Krieg, von Gerhoch Reisegger, Oesterreich, 2003 und 2004, ISBN 3-89180-068-1

Es sind zwei Rezensionen veöffentlicht, eine positive und eine negative (mein Kommentar: ob es freut oder ärgert, das Denken wird sicher angeregt):


Positiv (das Buch ist) angreifbar aber durchaus wichtige, oft verschwiegene Fakten – am 23. August 2004 veröffentlicht / 22 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
… aber es geht nicht nur um Oel. Es geht den USA auch um Macht gegenüber anderen Staaten und auch gegenüber dem eigenen Volk. und es geht um Wirtschaft und Währung. Die Politiker der USA wissen natürlich von dem drohenden Absturz des Dollar und von dem ihnen drohen Wirtschaftszusammenbruch. Sie sehen im Oel eine Währung, die nicht abgewertet werden kann. Mit ihrer Macht d.h. mit ihrer militärischen Macht können sie praktisch alle Staaten zwingen ihre Dollars zu akzeptieren. Aber der drohende Wirtschaftszusammenbruch (Achtung: 2003 geschrieben!!) könnte auch Aufruhr in den USA selbst auslösen und so diente der Terrorakt auch als Vorwand um die Verfassung auszuhöhlen um der Notstandsbehörde FEMA große Vollmachten zu übertragen. Reisegger glaubt, daß weltweit hinter dem Terror die US-Geheimdienste stehen. Er greift als Beispiel Bali heraus. Die dortigen Terroristen bombardierten gleichzeitig das amerikanische Konsulat (wobei nur kleiner Sachschaden entstand) und ein Restaurant, in dem vorwiegend Australier verkehrten und bei dem der Terrorakt viele Menschenleben kostete. Ein andereres grosses Restaurant in der Nähe wird hauptsächlich von Amerikanern besucht. Dies wurde nicht attackiert obwohl die USA und nicht die Australier für die Mohammedaner die grossen Teufel sind . Ausserdem wollte Australien zum Zeitpunkt des Anschlags sich nicht am Krieg der USA gegen den Irak beteiligen, hinterher jedoch schon. Sehr viel zitiert der Autor Huntington, in dessen Aufsätzen und Büchern der Autor eher ein Plan der Internationalisten sieht als eine Analyse unabänderlicher Entwicklungen. Man sollte Huntington lesen, aber eher in dem Sinne, daß man sich damit befassen sollte, welche Pläne die USA mit den Menschen haben. Auch der Manipulation des Goldpreises widmet der Autor ein ausführliches Kapitel, weil auch hier die Oeffentlichkeit auch hier schamlos in die Irre geführt wird. Doch das Buch befaßt sich nicht nur mit kriminelle politischen Ereignissen und Entwicklungen. Die Entwicklung in Asien wird als Beispiel geboten, wie die Menschen irregeführt werden. Es vollzieht sich eine erfreuliche Annäherung von Russland, China, Nordkorea, Südkorea bis Japan aber auch an Indien und den Iran. Aufgrund der Geschichte hätten viele Zukunftsanalysten hier grosse Kriege kommen sehen. Derzeit rücken aber alle Staaten gegen die USA zusammen. Unter Führung Russlands entstehe so etwas, wie ein Wirtschaftskrieg der asiatischen Staaten gegen die USA. Kaum weiß man im Westen von den grossen Anstrengungen und tatsächlichen Erfolgen beim Ausbau des Strassen- und Eisenbahnnetzes in Asien auf Initiative und unter Federführung Russlands … (full text).

Negativ (das Buch ist) eigenwillig, brillant, aber nicht unproblematisch – am 14. Februar 2005 veröffentlicht / 11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
… Wer sich von dem viel zu aufgeregten Buchtitel nicht abschrecken lässt, wird staunen einen überaus gelehrten und radikal gedachten Text zum Zeitgeschehen – aber ebenso zur jüngeren Geschichte und diversen anderweitigen Thematiken – vorzufinden. Eine ungeheure Fülle wissenswerter Details, z.B. zur Weltanschauung der “Neuen Rechten” in den USA (Samuel Huntington) oder eine kritische Auseinandersetzung mit dem führenden Theoretiker des Euroislam, Bassam Tibi, gelangt da zur Darstellung, vieles von lodernder Brisanz, das, und vieles mehr, macht das Buch zu einem Quell intellektueller Anregung für Personen, die das aktuelle (kriegerische) Weltgeschehen in zeitlicher Abfolge zu den Anschlägen vom 11. September 2001 nicht nur betrachten, sondern auch begreifen wollen. Sicherlich, Reisegger ist glühender Antiamerikanist, weil amerikanische Lebensart für ihn immer nur eine Spielart des „American way of business” ist, also der skandalöse Ausdruck einer unkultivierten und vor allem maßlos verschwenderischen Daseinsweise, die, um bestehen zu können, des Raubkriegs bedarf, was in diesem Deutungsumfang bestimmt nicht jeder Leser goutieren wird … // … Der Textinhalt ist – obgleich sehr gelehrig und interessant dargebracht – in die Form einer Streitschrift eingefasst. Reisegger wollte eben nicht einfach nur spannende Literatur produzieren, ihm geht es – höflich gesagt – um Information, Aufklärung und Bewusstseinsbildung; das alles allerdings nach seiner Manier. Zu diesem Zwecke übt er sich nun auch nicht in intellektueller Selbstbescheidung, sondern polemisiert lustvoll drauflos. Überzeugend und nur zu plausibel scheint (zumindest dem politisch Naiven), was immer Reisegger darlegt. Man ahnt mit jeder Zeile, hier schreibt ein Talent politischer Agitationskunst. Was vorsichtig stimmen sollte. Und eben deswegen ist sein Buch wohl auch nicht für jedermann vorbehaltlos zu empfehlen. Es bedarf vielmehr einer kritischen und in sich gefestigten Position, wer sich diese Lektüre zu Gemüte führen will. Eine politische Streitschrift dient eben nicht der kurzweiligen Unterhaltung, sondern zielt im günstigen Fall auf einen dialektischen Bewusstseinsbildungsprozess ab, im ungünstigen Fall aber auf Manipulation des Denkens. Reisegger vertritt – es sei ihm nicht verübelt – wahrlich pointierte Ansichten, was beim Leser allerdings (zur gebotenen Wahrung seiner intellektuellen Integrität) ein gerütteltes Maß an Kritikvermögen voraussetzt. Summa summarum liegt uns somit ein wirklich interessantes Buch vor, stilistisch anregend, weil temperamentvoll geschrieben, aber, bei mangelhafter politischer Vorbildung, aus genanntem Grund gewiss keine rein harmlose Sache … (full text).

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