Zurück zur alten Zeit?

Aus Neues Deutschland.de, Von Axel Troost, April 11, 2009.

Tun die Regierungen das Richtige zur Begrenzung und Überwindung der Krise? Nimmt man die Ergebnisse des jüngsten G20-Gipfels als Beispiel, so gehen die Meinungen weit auseinander. Dass sich die G20-Regierungschefs für ihre historische Leistung selber loben, ist noch am wenigsten überraschend. Doch auch viele Pressestimmen, von der britischen Financial Times über Die Zeit bis hin zur taz sehen viele positive Ansätze. Bleiben also nur die ewigen Nörgler Heiner Flassbeck, Attac und DIE LINKE? … 
… Die vermeintlich schönen Wachstumsraten und entsprechende Renditeerwartungen waren teilweise nur durch Blasen – d. h. übertriebene Steigerung von Preisen auf Aktien-, Immobilien- und Rohstoffmärkten – zu erreichen. Und: Von diesem Wachstum haben, in Deutschland wie im Rest der Welt nur die obersten 20 Prozent der Einkommensbezieher profitiert.

In der G20-Erklärung findet sich kein einziges Wort zur Verteilungsfrage, sie soll nicht gestellt werden. Gerade der gewerkschaftlichen Linken wird gerne vorgeworfen, sie renne einer falschen Nos-talgie vom Wohlfahrtsstaat der 1970er Jahre in Westdeutschland hinterher. Wie viel unverschämter ist es da, Nostalgie zu schüren von der guten alten Zeit vor 2007, also der Zeit von Hartz IV, sinkenden Reallöhnen und baufälliger öffentlicher Infrastruktur?

Am anschaulichsten wird der Wille der Regierungen zur Restauration bei den Hoffnungsträgern: Ausgerechnet die schlimmsten Versager von gestern sollen die Krise meistern. Einerseits wird der IWF, das vielleicht beste Beispiel einer gescheiterten Institution, mit zusätzlichen 750 Milliarden Dollar Kreditlinien und Eigenmitteln aufgepäppelt. Andererseits wird das »Forum für Finanzstabilität«, das offensichtlich seinen Namen nicht verdient, zum »Direktorium für Finanzstabilität« aufgewertet und mit zusätzlichen Aufgaben betraut. »Forum für Finanzversagen aller Art« hätte es besser getroffen, aber eine weitere Umbenennung steht wohl erst bei der nächsten Krise an. (ganzer Text).

Links:

Videos:

Heiner Flassbeck’s website in english, his books in german, and find him on the german’s wikipedia;

Deutschland spaltet die Währungsunion, aus Focus.de, von Ansgar Siemens, 11. März, 2009.

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