US-Trendforscher Gerald Celente: Der Crash von 2010

Aus dem Kopp-Verlag, von Brigitte Hamann, 17.01.2010.

Verlässliche Prognosen sind wir von dem erfolgreichsten Trendforscher inzwischen gewöhnt. Bereits 2004 hatte Gerald Celente den Beginn der »Großen Rezession« in der Winterausgabe des Trends Jounal® für 2007 vorhergesagt.* Münden werde diese Große Rezession in einem »Economic 9/11«, in der »Panik von ›08‹«, das progostizierte Celente im Dezember 2007. Seine Prognose zum »Kollaps von ›09‹« markierte den Crash der Börsen und die Katastrophen der »too-big-to-fail«, die mit enormen Kapitalaufwand über Wasser gehalten wurden. Nun spricht Gerald Celente vom »Breaking Point 2010«, der Sollbruchstelle, an der der eigentliche große Kollaps stattfinden wird … //

… Welche Länder und Währungen können überleben? 

Kleinere, zahlungskräftigere Nationen, die die schlimmsten spekulativen Exzesse vermieden haben und/oder diejenigen, die über natürliche Ressourcen wie Rohstoffe, ausgeglichene Haushaltsbudgets und unabhängige Geldmittel verfügen und die ihre Exportmärkte aufrecht erhalten können, werden einen besseren Stand haben. Zu ihnen zählen Norwegen, die Schweiz, Australien und Kanada.

In den Ländern, die von der Größten Rezession weniger betroffen sind, werden auf dem Immobilienmarkt bestenfalls mäßige Gewinne möglich sein und wird schlimmstenfalls Stagnation herrschen. In den USA rechnet man damit, dass in den nächsten drei Jahren etwa sechs Millionen Familien ihr Heim verlieren. Diese Schätzung basiert jedoch auf der Erwartung einer Wirtschaftserholung und der Annahme, dass der Immobilienmarkt seinen Tiefpunkt erreicht hat. Mit wachsender Arbeitslosigkeit, Firmenschließungen, steigenden Hypothekenzinsen und weiteren Risiken, die Einkommensveränderungen nach sich ziehen, steigt die Wahrscheinlichkeit von weiteren Zwangsvollstreckungen und Ausfällen bei Kreditkarten und anderen Darlehen.

Bank Runs und Währungsabwertungen:

Die globale Wirtschaft ist mehr als fragil. Wenn sich ein Terroranschlag, eine Finanzkrise, ein Krieg, eine große Umwelt- oder Gesundheitskatastrophe oder Ähnliches ereignen, werden die Regierungen drakonische Maßnahmen ergreifen, um eine Panik zu vermeiden und einen Ansturm auf die Banken und den Zusammenbruch der Märkte zu verhindern. Der US-Einlagensicherungsfonds FDIC z.B. ist nicht mehr in der Lage, für die Forderungen der Bankkunden einzuspringen. »Die Vorsichtigen und die Skeptiker denken vielleicht darüber nach, sich auf solche Ereignisse vorzubereiten und Bargeld und Gold zur Verfügung zu haben. Wenn die Banken nach einem ›Feiertag‹ wieder öffnen, könnte es sein, dass die Währung offiziell oder de facto abgewertet wurde und Grenzbeträge eingeführt wurden, bis zu deren Höhe man Geld noch abheben kann. Bereits jetzt gibt es Pläne, die Abhebung bei Geldmarktfonds zu limitieren … //

… Plato und die Mutter des Einfallsreichtums:

Vor mehr als 2.000 Jahren soll der griechische Philosoph Plato gesagt haben, Not sei die  Mutter des Einfallsreichtums. In diesem Jahr werden die Menschen Not und Zwang kennenlernen. Die gesamte Welt wird ärmer werden. Die Regierungen konnten ihre Wirtschaften vorübergehend mit Konjunkturpaketen stimulieren, ein nachhaltiges Wachstum wurde damit nicht erzielt. »Wir sagten voraus, dass der Altweibersommer von 2009, in dem es einen Hype an unbegründeter Zuversicht und Hoffnung gab, dem Zynismus von 2010 Platz machen wird. Überall in der Welt wird eine Unterschicht, die einst die Mittelschicht darstellte, sich gegen Parteien erheben, die  Banken retten und Freunde begünstigen, während sie die neuen Bedürftigen ignorieren. Weder politische Meinungsmache noch Wunschdenken wird die Fakten ändern. In den Ländern, in denen die ›Größte Depression‹  den größten Zoll verlangen wird, wird es kein Entkommen aus Zeltlagern geben, aus dem Dasein des Bettlers, Obdachlosen, Hungrigen und des Arbeitslosen.« Überleben wird das neue Motto in weiten Teilen der Bevölkerung sein.

Neue Trends und der Ruf nach Anmut und Erlesenheit:

Die Menschen werden weltweit viel mehr Zeit und sehr viel weniger Geld zur Verfügung haben. Das bietet eine große Chance kreative Talente zu entdecken, die vorher unter Konsum und Arbeitsüberlastung verborgen waren. Mitten in der »Größten Depression« wird es einen Trend zu Anmut und Erlesenheit geben, bei dem es angesagt ist, Dinge wieder selbst herzustellen. Es wird modern sein, selbst zu entwerfen, zu nähen, zu gestalten. Um großartig auszusehen oder etwas Großartigen zu haben, wird Zeit und Talent nötig sein, nicht nur Geld. Diese Mischung aus geschmackvoller Eleganz, Qualitätsbewusstsein, Individualität, Schönheit und einem starken, durch die Depression gestählten Willen wird für diejenigen, die diese Entwicklung erkennen, neue Märkte bieten. »Wer nicht aufgibt, wird erfolgreich sein«, so Gerald Celente. (Ganzer Text).

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